übrigens ist nicht nur die haltung und schlachtung der tiere eine quelle der qual, sondern bereits ihre züchtung. legendär sind die kuh mit euterhalter und das schwein mit vervielfachten rippen - keine skurilen ausnahmen, sondern die regel. auch das huhn, das jeden tag ein ei legt, verausgabt sich bis zu seinem verfrühten tode, und der muskelapparat des masthähnchens wächst so schnell, dass skelett und organe nicht mehr mitkommen. versuche von agrarwissenschaftlern haben gezeigt, dass die heutigen "broiler" viele angebote in ihren ställen nicht annehmen - die hähnchen laufen wenig herum, auf die sitzstangen fliegen sie nicht hinauf. verabreicht man ihnen jedoch ein schmerzmittel, nimmt ihre bewegung wieder zu - das heißt umgekehrt, das übliche leben des masthähnchens ist ein leben voller schmerz. veterinärmediziner mahnen bereits, dass alle tiere, die oder deren produkte wir heute verzehren, krank sind, gemessen am gesunden funktionieren eines tierischen körpers. verkrüppelungen, knochenbrüche, organschäden, entzündungen, tumore. und wieder: auch biobetriebe setzen solche züchtungen ein, sonst könnten sie im konkurrenzkampf gar nicht bestehen.
hilal sezgin in der "taz" 31. januar / 1. februar 2009
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