ausgeschnitten.9.9.52
nehmen wir richard serra. man ist naturgemäß in der mitte einer serra-skulptur, wenn man eine betrachtet. es ist aber gewiss nicht sein wunsch, daß man seine skulptur in irgendeiner weise benutzt. sie soll nicht teil der alltagswelt sein, sondern etwas entrücktes, religiöses darstellen. man soll ehrfurcht empfinden. und wer eingeschüchtert ist, ist auch schnell mit dem glauben dabei. denn da ist ja offensichtlich etwas über dir, das viel größer ist als du selbst. ich liebe viele von serras skulpturen. ich würde mir nur wünschen, dass ich, sobald ich innen angekommen bin, nicht bloß gott sehen muß, sondern zum beispiel etwas essen könnte, etwa an einem hotdog-stand.
vito acconci in "monopol" 4/2008
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