Fragmentale Kopfgeburten

Zettelladen eines Zeitverdichters. Im Streubereich der Wahrheit.  
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konsum

 

ausgeschnitten.9.9.55

sie beschreiben sehr ausführlich tiefpunkte im unterhaltungsfernsehen. was sagen sie zu dem satz: das publikum bekommt das fernsehen, das es will?  

den satz hört man oft, aber er ist fast ebenso zynisch wie das fernsehen, das aus einer solchen haltung resultiert. wir wissen schlichtweg nicht, wie das publikum auf ein fernsehen reagierte, das verstärkt den geist anspräche und nicht nur den unterleib, ein fernsehen, das in seinem publikum keinen konsumenten sähe, den es misstrauisch zu unterjochen gilt, sondern einen partner, dem man mit einem vertrauensvorschuss begegnet, weil man ihm zutraut, dass seine konzentration länger anhält als 30 sekunden und dass seine neugier die strecke zwischen zwei werbepausen überdauert. ein solches fernsehen, von dem ich manchmal träume, kann man derzeit fast nirgends erleben. insofern würde ich den satz umkehren: das fernsehen züchtet sich jenes publikum heran, das es braucht, um tüchtig an ihm zu verdienen.

alexander Kissler in "pro - christliches medienmagazin" 4/2009

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ausgeschnitten.9.9.21

die einsamkeit ist ein balsam für meine vom täglichen gesichter- und geredeschaum malträtierten stadtmenschnerven. ... wer geistig unabhängig sein will muss lernen, allein sein zu können. ein mensch, der mit sich selbst nichts anzufangen weiß, ist ein abhängiger, angewiesen darauf, daß ihm irgendwer seine zeit füllt, verdammt dazu, irgendwelchen moden zu folgen. nebenbei ist er der ideale konsument, mit gläsernen bedürfnissen. ... alleinsein verschafft überblick - man stellt sich den menschen und dingen gegenüber. ... menschen, die von meeting zu meeting hetzen, haben einfach nichts zu sagen.

michael klonovsky in "eigentümlich frei" februar 2009


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