ausgeschnitten.9.9.46
gabriele wohmann: ... das schlimme ist ja das existieren als solches. dem einen gelingt's besser, dem anderen schlechter und dem anderen überhaupt nicht - eben wegen des beunruhigenden endes, unserer vergänglichkeit. ohne glauben würde ich nichts machen, aber auch ohne dieses beunruhigende unserer existenz. das ist ein antrieb gegen die vergänglichkeit - obwohl ich ja eigentlich längst soweit bin, mich übers vergehen zu freuen. man kann diesen alltag nicht ewig so weitermachen. es muss irgendwann einmal etwas passieren - das schöne. wann kommt das schöne nun?, fragt der bariton in der bach-kantate.
georg magirius: es taucht manchmal im alltag auf.
gabriele wohmann: es gibt so etwas wie vorgeschmack. möglichst jeden tag ein bisschen - in kleinigkeiten gibt es einen vorgeschmack.
georg magirius: und es ist auch eine art heimweh?
gabriele wohmann: genau das.
gabriele wohmann in "publik-forum" nr. 3 / 13. februar 2009
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